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Heiß in Deutschland, lauwam in Kreta: Die richtige Temperatur

February 24th, 2011 at 9:59

Seit Jahr und Tag ist bekannt, daß Einzelhandel und Gastronomen an der Kühlung ihrer Lebensmittel sparen. Kühlung kostet Strom und Strom ist teuer. Der Leidtragende ist der Verbraucher, der keineswegs sicher sein kann, daß die Kühlkette immer eingehalten wurde. Denken Sie daran, wenn sie das nächste mal in ein Fischstäbchen beißen. Und auch wenn Konstantin Konsument nur ein halbkaltes Bier gezapft bekommt, dann reicht das schon für Unmut. Gerade die kleinen Krämer/Gastronomen, die unseren Speiseplan mit ausländischen Speisen bereichern, sind kühltechnisch oftmals Steinzeit. Und zwar deswegen, weil eine professionelle Linde-Kühltruhe soviel kostet wie ein Kleinwagen und eben immer noch das Problem der hohen Energiekosten bleibt. Stellt man halt das Thermostat ein paar grad wärmer, das bringt bares Geld. Um die Kühlkette sicher zu machen und angenehme Produktkühle zu gewährleisten gibt es zwei Optionen:
a) steinharte Kontrolle, mit ordnungsamtlichen Temperaturmeßtrupps bei jedem Volksfest. Und dann nicht lang rumdiskutieren, sondern den Laden dichtmachen, wenn dort Kaltes lauwarm serviert wird. Da wird so mancher nicht mehr cool bleiben sondern das wird erhitzte Gemüter geben…
b) Energie einfach spottbillig machen. Dann ist der Kaufmann nicht gezwungen, an der Kühltruhe zu sparen. In Griechenland (einem Land mit sehr hohem Kühlbedarf) habe ich NIE irgendwo so einen Blödsinn erlebt: Noch im kleinsten Dorf hat der örtliche Kiosk einen großen Kühlschrank vor seinem Laden stehen und da war immer angenehme Südpol-Temperatur drin, ebenso in Kreta, überall. Das mag daran liegen, dass Kreta bzw. auch ganz Griechenland ein beliebtes Reiseziel (oh du lieber Gott, die Landschaft in Kreta… passendes Bild im Anhang) ist und man potentielle Mehrfachtouristen nicht verschmähen möchte. Trotzdem ist das kein Grund, hier in Deutschland so etwas zu vernachlässigen. Ganz zu schweigen von den VSA, wo eine warme Cola generell unverkäuflich ist und man einen Lauwarm-Verkäufer wahrscheinlich wegen seelischer Grausamkeit entweder verklagen oder gleich erschießen darf… Und wers jetzt selber ausprobieren will, der kauft sich halt mal ein besseres Thermometer und geht damit im Supermarkt messen. Solltemperatur steht auf der Verpackung, Ist-Temperatur steht auf dem Display. Und wers ganz genau wissen will, der “vergißt” einfach mal in der Kühltruhe seines Mißtrauens einen Temperaturlogger und sammelt ihn später wieder ein. Da läufts einem bei der Auswertung kalt den Buckel runter…

Kretas Landschaft rechtfertigt lauwarmes Essen

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